BdThemes-Plugins: Supply-Chain-Angriff legt versteckte WP-Admins an

Schritt für Schritt
So lief der Angriff ab
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PHASE 1/5 · Kompromittierung der Lieferkette

Angreifer erlangten Schreibzugriff auf die externe JSON-Datenquelle der Biggopti-Komponente und vergifteten den Werbebanner-Datenstrom.

T1195.002 – Supply Chain Compromise: Compromise Software Supply Chain
  • Manipulation eines statischen JSON-Streams aus DigitalOcean Spaces (via Cloudflare), keine Code-Änderung im WordPress.org-Repository
  • Betroffen: 7 BdThemes-Plugins mit Biggopti-Komponente, u. a. Element Pack (>100.000 Installationen)
  • Vergifteter Summer-Sale-Datensatz ab frühestens 23. Juni 2026 aktiv
  • Für dateibasierte Integritätsscanner unsichtbar – keine Datei auf der Festplatte verändert
PHASE 2/5 · Ausführung via XSS

Der ungefilterte Wert display_id wurde in die wp-admin-Seite eingebaut und führte beim Seitenaufruf durch einen Admin automatisch Schadskript aus.

T1059.007 – Command and Scripting Interpreter: JavaScript
  • Cross-Site-Scripting (XSS) durch fehlendes Escaping des id-Attributs (seit Prime Slider 4.1.9)
  • Skript lief bei jedem wp-admin-Aufruf mit den vollen Rechten des eingeloggten Administrators
  • CVSS 5.4 (mittel) bildet nur die XSS-Schwäche ab, nicht den tatsächlichen Kampagnenschaden
PHASE 3/5 · Rechteausweitung

Über die berechtigte Administrator-Sitzung wurde ein zusätzliches, unbefugtes Administrator-Konto angelegt.

T1136.001 – Create Account: Local Account
  • Erstellung eines nicht autorisierten Admin-Kontos über die gekaperte Sitzung
  • Nutzung der vollen Admin-Rechte des Opfers ohne weitere Authentifizierung
PHASE 4/5 · Persistenz

Die Angreifer installierten eine PHP-Webshell und dauerhafte Backdoors als MU-Plugins zur stillen Remote-Codeausführung.

T1505.003 – Server Software Component: Web Shell
  • Schein-Plugin (z. B. wp-smart-thumbnails) mit Webshell emer-run.php zur beliebigen Codeausführung
  • Dauerhafte Hintertüren als MU-Plugins (Must-Use), im Dashboard nicht deaktivierbar
  • Ziel laut Wordfence: weitverbreitete, stille administrative Persistenz und Remote-Codeausführung
PHASE 5/5 · Verschleierung

Ein Stealth-Modul versteckte die bösartigen Konten aus der Benutzerliste und den Zählwerten des Dashboards.

T1564 – Hide Artifacts
  • Bösartige Admin-Konten im normalen WordPress-Dashboard nicht sichtbar
  • Angriff API-getrieben, kaum sichtbar für Web Application Firewalls
  • Bereinigter JSON-Stream ab 8. August 2026 entfernt keine bestehenden Konten, Webshells oder Backdoors
Kurz & knapp beantwortet
Häufige Fragen zu diesem Vorfall
Bin ich von diesem Angriff betroffen?
Betroffen sind sieben BdThemes-Pluginpakete mit der Biggopti-Komponente, allen voran Element Pack Addons for Elementor. Eine Kompromittierung setzt voraus, dass eine betroffene Plugin-Version aktiv installiert war und ein angemeldeter Administrator seit dem 23. Juni 2026 den Bereich wp-admin aufgerufen hat. Wenn Sie sich unsicher sind, gehen Sie nicht von Entwarnung aus, sondern führen Sie eine forensische Prüfung durch.
Was muss ich jetzt sofort tun?
Deaktivieren Sie umgehend alle betroffenen BdThemes-Plugins und vertrauen Sie keiner unbestätigten Version. Da sich der Angriff aktiv versteckt, reicht ein Blick ins Dashboard nicht: Prüfen Sie die Datenbank auf unerwartete Administrator-Konten, suchen Sie serverseitig nach Dateien wie emer-run.php und verdächtigen MU-Plugins und werten Sie Ihre Logs aus. Ziehen Sie bei Verdacht professionelle forensische Hilfe hinzu.
Gibt es schon ein Update, das das Problem behebt?
Nein. Wordfence vermerkte am 8. August 2026 für alle sieben Plugins „No known patch available“, und bis zum 12. August 2026 gab es keinen belastbaren Nachweis einer sicheren Version. Zwar lieferten die vergifteten API-Endpunkte ab dem 8. August wieder sauberes JSON, doch das entfernt keine bereits angelegten Konten, Webshells oder Backdoors.
Warum sehe ich die schädlichen Admin-Konten nicht in meinem WordPress-Dashboard?
Die Angreifer setzten ein Stealth-Modul ein, das die bösartigen Konten aus der Benutzerliste und den Zählwerten ausblendet. Deshalb müssen Sie die Benutzer direkt in der Datenbank kontrollieren. Achten Sie dort auf unerwartete Administratoren, verdächtige E-Mail-Domänen wie @wordpress.org und Benutzernamen im Muster bd_ plus sechs alphanumerischen Zeichen.
Wie konnte die Website kompromittiert werden, ohne dass eine Datei verändert wurde?
Die Angreifer manipulierten nicht das Plugin selbst, sondern eine externe JSON-Datenquelle, aus der das Plugin bei jedem Aufruf von wp-admin Werbebanner nachlädt. Ein ungeprüfter Wert (display_id) ermöglichte Cross-Site-Scripting, sodass schädliches JavaScript mit den vollen Rechten des eingeloggten Administrators lief. Der Angriff ist rein API-getrieben und daher unsichtbar für dateibasierte Integritätsscanner.
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