Drupal External Authentication: Zugriffsschutz-Bypass durch DB-Kollationen

Schritt für Schritt
So lief der Angriff ab
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PHASE 1/5 · Aufklärung

Angreifer identifizieren Drupal-Sites mit dem Modul External Authentication und externem Login.

T1595 – Active Scanning T1592 – Gather Victim Host Information
  • Ziel: Drupal-Sites mit externer Anmeldung (LDAP, CAS, SAML, SimpleSAMLphp, Zertifikate, BankID)
  • Betroffen: Modul externalauth in allen Versionen < 2.0.13
  • Laut Projektseite 100.455 Websites mit dem Modul im Einsatz (15.08.2026)
PHASE 2/5 · Erstzugriff

Über eine manipulierte externe Identität wird der kollationsabhängige Vergleichsfehler in authmap ausgenutzt.

T1190 – Exploit Public-Facing Application
  • CVE-2026-73476, eingestuft als 'Moderately critical' (13/25)
  • Modul vergleicht extern gelieferte Identitätswerte nicht bytegenau
  • Vergleich verlässt sich auf tolerante DB-Kollationen (z. B. utf8mb4_unicode_ci, utf8mb4_general_ci)
  • Beispiel aus dem Patch: 'user1' und 'üser1' gelten als identisch
PHASE 3/5 · Umgehung der Verteidigung

Eine Fehlzuordnung in authmap lässt zwei unterschiedliche Identitäten als gleich durchgehen und umgeht den Zugriffsschutz.

T1078 – Valid Accounts
  • Vor 2.0.13 genügte ein DB-Treffer ohne Zeichen-für-Zeichen-Verifizierung
  • Case-insensitive / accent-insensitive Vergleich führt zur Fehlzuordnung
  • CWE-284 (Improper Access Control), CVSS v4 5.3 laut Sekundärquelle
  • Exploit-Verfügbarkeit laut Advisory 'Theoretical'
PHASE 4/5 · Rechteausweitung

Gelingt die Fehlzuordnung auf ein privilegiertes Konto, erhält der Angreifer dessen Rechte.

T1078 – Valid Accounts
  • Externe Identität kann auf ein fremdes Drupal-Konto treffen
  • Schadensausmaß hängt von den Rechten des fälschlich getroffenen Kontos ab
  • Kein Drupal-Kern-Fehler, kein Remote-Code-Execution – Zugriffsschutz-Bypass in Contrib-Modul
PHASE 5/5 · Auswirkung

Der Angreifer erlangt unautorisierten Zugriff auf ein fremdes Benutzerkonto.

T1531 – Account Access Removal
  • Übernahme eines fremden Drupal-Kontos möglich
  • Behebung durch Update auf 2.0.13 (veröffentlicht 12.08.2026)
  • Patch: binär-sichere Spalten + PHP-Vergleich mit striktem === via Update-Hook externalauth_update_8104()
  • Kein Eintrag im CISA-KEV-Katalog (Version 2026.08.14)
Kurz & knapp beantwortet
Häufige Fragen zu diesem Vorfall
Bin ich von CVE-2026-73476 betroffen?
Erhöhtes Risiko besteht, wenn das Paket drupal/externalauth in einer Version vor 2.0.13 installiert und aktiv ist, externe Identitäten (etwa über LDAP, SAML, CAS, Zertifikate oder BankID) genutzt werden und die Website mit MySQL oder MariaDB läuft. Zusätzlich müssen in der Tabelle authmap Zuordnungen vorhanden sein und eine der verbreiteten, nicht binären Kollationen verwendet werden. Das Drupal-Sicherheitsteam betont, dass die betroffenen Kollationen „recht verbreitet“ sind und empfiehlt daher allen Nutzern das Upgrade.
Was muss ich jetzt konkret tun?
Aktualisieren Sie das Modul External Authentication auf Version 2.0.13, die am 12. August 2026 veröffentlicht wurde und mit Drupal 10.1 sowie 11 kompatibel ist. Beim Update wird der Update-Hook externalauth_update_8104() ausgeführt, der die Spalten authname und provider auf ein binär-sicheres Format migriert. Das Sicherheitsteam empfiehlt das Upgrade ausdrücklich für alle Nutzer des Moduls, unabhängig von der genauen Datenbankkonfiguration.
Wie prüfe ich, ob das Modul überhaupt bei mir installiert ist?
Führen Sie im Projektverzeichnis den Befehl composer outdated "drupal/*" aus und suchen Sie in der Datei composer.lock nach drupal/externalauth. Ist das Paket nicht installiert, betrifft Sie diese CVE nicht. Ein bloßer Blick auf Login-Formulare reicht nicht, da das Modul keine sichtbare Oberfläche hat – prüfen Sie unter Erweiterungen auch, welche SSO- oder Login-Module es als Abhängigkeit nutzen.
Wie gefährlich ist diese Schwachstelle wirklich?
Die Lücke ist als „moderately critical“ mit 13 von 25 Punkten eingestuft und erlaubt einen Zugriffsschutz-Bypass, bei dem eine externe Identität fälschlich einem fremden Drupal-Konto zugeordnet werden kann. Es handelt sich nicht um eine Remote-Code-Execution und nicht um einen Fehler im Drupal-Kern, sondern um ein Contrib-Zusatzmodul. Die Exploit-Verfügbarkeit gilt als „theoretisch“, und die Schwachstelle ist nicht im CISA-KEV-Katalog verzeichnet – ein Nachweis aktiver Angriffe liegt derzeit nicht vor.
Gibt es bereits bekannte Angriffe oder Datenlecks durch diese Lücke?
Nein, es gibt zum Prüfzeitpunkt keinen öffentlichen Exploit-Code und keine dokumentierten Fälle realer Kompromittierung. CVE-2026-73476 ist nicht im offiziellen CISA-KEV-Katalog (Version 2026.08.14) verzeichnet. Das ist jedoch kein Beweis dafür, dass eine Ausnutzung ausgeschlossen ist – die klare Herstellerempfehlung lautet „Upgrade für alle“.
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