SafePal-Datenleck: Order-Tracking-Plugin betrifft 39.798 Kunden

Schritt für Schritt
So lief der Angriff ab
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PHASE 1/5 · Auskundschaftung

Der Angreifer identifizierte die Bestellverfolgungsfunktion eines Plugins als potenzielles Ziel.

T1595 – Active Scanning
  • Betroffen war ausschließlich die Bestellverfolgungsfunktion eines nicht namentlich genannten Plugins
  • Konkreter Angriffsweg (Enumeration, manipulierte API, IDOR) von SafePal nicht bestätigt
  • Keine CVE-Nummer, kein Pluginname und keine Version veröffentlicht
PHASE 2/5 · Erstzugriff

Über eine Autorisierungsschwachstelle (Broken Access Control) ließ sich die Berechtigungsprüfung umgehen.

T1190 – Exploit Public-Facing Application
  • Autorisierungsfehler in der Bestellverfolgungsfunktion des Plugins
  • Fehlerklasse: OWASP Top 10:2021 A01 – Broken Access Control
  • Unter bestimmten Bedingungen unbefugter Zugriff auf fremde Bestelldaten möglich
PHASE 3/5 · Sammlung

Durch Umgehung der Zugriffskontrolle konnten fremde Kundenbestelldaten eingesehen werden.

T1213 – Data from Information Repositories
  • Offengelegt: Namen, E-Mail-Adressen, Lieferadressen, Telefonnummern, Bestelldetails
  • Nicht betroffen: Seed-Phrases, private Schlüssel, Wallet-Passwörter, Bank-/Zahlungsdaten
  • Konfigurationsfehler im Datenbereinigungsprozess verlängerte den betroffenen Zeitraum (Sep 2025–Apr 2026)
PHASE 4/5 · Exfiltration

Ein Angreifer entwendete die Bestelldaten von rund 39.798 Kunden.

T1041 – Exfiltration Over C2 Channel
  • Rund 39.798 betroffene Kunden laut SafePal
  • Betroffener Bestellzeitraum: 2. März 2025 bis 11. April 2026
  • Ein Akteur bot passende Daten in einem Cybercrime-Forum zum Verkauf an (nicht unabhängig verifiziert)
PHASE 5/5 · Auswirkung

Die erbeuteten Kontakt- und Bestelldaten wurden für gezielte Folge-Phishing-Kampagnen genutzt.

T1566 – Phishing
  • SafePal entfernte mehr als 30 betrügerische Websites und Phishing-Links
  • Kombination aus Kontakt-, Adress- und Bestelldaten macht Betrug glaubwürdig
  • Maschen: gefälschter Support, angebliche Rückerstattungen, falsche Firmware-Update-Aufforderungen
Kurz & knapp beantwortet
Häufige Fragen zu diesem Vorfall
Bin ich von dem SafePal-Datenleck betroffen?
Betroffen sind SafePal-Kunden mit einer Bestellung zwischen dem 2. März 2025 und dem 11. April 2026 – laut Unternehmen rund 39.798 Kunden. Diese wurden am 16. August 2026 individuell per E-Mail von security@safepal.com mit dem Betreff „[Important] Your SafePal Order Information Has Been Affected“ benachrichtigt. Auf der offiziellen SafePal-Scam-Protection-Seite können Sie zusätzlich mit Ihrer Bestellnummer und dem Lieferland eine Betroffenheitsprüfung durchführen.
Welche Daten wurden bei dem Vorfall gestohlen?
Abgeflossen sind laut SafePal Namen, E-Mail-Adressen, Lieferadressen, Telefonnummern sowie Bestell- bzw. Kaufdetails. Ausdrücklich nicht betroffen waren Seed-Phrases, private Schlüssel, Wallet-Passwörter, Bankdaten, Zahlungskartennummern und amtliche Ausweisnummern. Für einen kompromittierten Zugriff auf Wallets oder Guthaben gibt es laut SafePal keinen Hinweis.
Was muss ich jetzt als betroffener Kunde tun?
Rechnen Sie mit gezielten Phishing-Versuchen, da Kontakt-, Adress- und Bestelldaten zusammen sehr glaubwürdige Betrugsmaschen ermöglichen – etwa gefälschter Support, angebliche Rückerstattungen oder gefälschte Firmware-Updates. Klicken Sie nicht auf Links aus unaufgeforderten Nachrichten und rufen Sie SafePal-Seiten nur durch manuelles Eintippen der Adresse auf. Das BSI empfiehlt generell starke Passwörter und die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentisierung.
Sind meine Krypto-Wallet und mein Guthaben in Gefahr?
Nach Angaben von SafePal waren weder Seed-Phrases noch private Schlüssel, Wallet-Passwörter oder andere Wallet-Zugangsdaten betroffen. Die Bestellverfolgungsfunktion sei unabhängig von den anderen SafePal-Systemen. Es gebe zudem keinen Hinweis auf einen unbefugten Zugriff auf Wallets oder Guthaben.
Ich betreibe selbst einen Online-Shop – bin ich durch dasselbe Plugin gefährdet?
SafePal hat weder den Namen noch die Version des Plugins veröffentlicht, daher lässt sich keine direkte Betroffenheit anderer Shops ableiten. Prüfen Sie dennoch Ihre eigenen Bestell-, Tracking- und Support-Integrationen: Testen Sie in einer autorisierten Testumgebung, ob Kunde A jemals die Bestelldaten von Kunde B einsehen kann, und stellen Sie sicher, dass diese Zugriffsprüfung serverseitig erfolgt. Werten Sie zudem Ihre Server- und API-Protokolle auf auffällige Abrufserien oder das Durchprobieren aufeinanderfolgender Bestellnummern aus.
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