SP Page Builder: Kritische RCE-Lücke (CVE-2026-48908) aktiv ausgenutzt

Schritt für Schritt
So lief der Angriff ab
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PHASE 1/5 · Erstzugriff

Ein einziger unauthentifizierter HTTP-Request an einen ungeschützten Upload-Endpunkt des SP Page Builder öffnet den Server.

T1190 – Exploit Public-Facing Application
  • Ausgenutzt wird CVE-2026-48908 (CVSS 4.0: 10.0, CWE-434) ohne Login oder Sicherheitstoken
  • Angriffsziel: index.php?option=com_sppagebuilder&task=asset.uploadCustomIcon
  • Betroffen alle Versionen 1.0.0 bis 6.6.1 des SP Page Builder (über 790.000 Nutzer)
  • Task-Name auch URL-kodiert übermittelbar (asset%2euploadCustomIcon), umgeht naive WAF-Filter
PHASE 2/5 · Ausführung

Der Angreifer lädt eine PHP-Datei hoch und führt den Schadcode durch simplen Browser-Aufruf aus.

T1059.007 – Command and Scripting Interpreter: PHP
  • Fehlende Zugriffs- und Dateityp-Prüfung erlaubt Upload ausführbaren PHP-Codes
  • Datei landet in einem über das Web erreichbaren Verzeichnis
  • Aufruf über den Browser löst serverseitige Codeausführung aus (unauthentifizierte RCE)
  • Öffentlicher Go-basierter PoC-Exploit seit 24.06.2026 auf GitHub verfügbar
PHASE 3/5 · Rechteausweitung

Der Schadcode legt versteckte Joomla-Super-Administrator-Konten mit voller Kontrolle an.

T1136.001 – Create Account: Local Account
  • Automatisierte Angriffe erstellen versteckte Super-Admin-Konten
  • Erkennbar an E-Mail-Adressen mit Endung @secure.local
  • Schadcode liest zuvor die Konfigurationsdatei des Servers aus
PHASE 4/5 · Persistenz

Mehrere identische Webshell-Hintertüren werden in verschiedenen Verzeichnissen platziert, um dauerhaften Zugriff zu sichern.

T1505.003 – Server Software Component: Web Shell
  • Abgelegt wird eine PHP-Webshell ("PHP File Manager v1.4")
  • Mehrfach-Ablage u. a. unter /images/<zufälliger Ordner>/fonts/ und /media/com_admin/
  • Verstreute, identische Kopien sichern Beständigkeit: Löschen einer reicht nicht
  • Jede Kopie lässt den Angreifer direkt wieder herein
PHASE 5/5 · Auswirkung

Angreifer erlangen vollständige Kontrolle über den Server, wobei das Angriffsvolumen weltweit massiv ist.

T1496 – Resource Hijacking
  • Vollständige Serverübernahme durch hochvolumige Botnet-Automatisierung
  • FortiGuard Labs: 1.210 blockierte Angriffe in 24h, 15.626 in 7 Tagen (17.07.2026)
  • Höchste Angriffsvolumina in Polen, Türkei, Australien und den USA
  • Weiterhin aktive Ausnutzung am 02.08.2026, trotz Patch (6.6.2 seit 20.06.2026)
Kurz & knapp beantwortet
Häufige Fragen zu diesem Vorfall
Bin ich von CVE-2026-48908 betroffen?
Betroffen sind alle Joomla-Websites mit dem SP Page Builder in den Versionen 1.0.0 bis einschließlich 6.6.1. Prüfen Sie die installierte Version im Joomla-Adminbereich unter Erweiterungen → Verwalten (Komponente com_sppagebuilder). Auch Joomla-Installationen mit JoomShaper-Templates, die den SP Page Builder mitliefern, können betroffen sein.
Was muss ich jetzt sofort tun?
Aktualisieren Sie den SP Page Builder unverzüglich auf Version 6.7.1 oder höher, da diese auch vier weitere kritische Lücken behebt. Wichtig: Das Update schließt nur die Einfallstür – bereits kompromittierte Systeme müssen zusätzlich bereinigt werden, denn ein reines Update entfernt vorhandene Hintertüren und heimlich angelegte Admin-Konten nicht.
Woran erkenne ich, ob meine Website bereits gehackt wurde?
Suchen Sie unter Benutzer → Verwalten nach Super-Administratoren mit E-Mail-Adressen, die auf @secure.local enden – diese wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Angreifer angelegt. Durchsuchen Sie außerdem die Verzeichnisse /images/, /media/ und /tmp/ nach fremden PHP-Dateien; enthält eine Datei den Text „PHP File manager", handelt es sich um eine Hintertür. Prüfen Sie zudem die Server-Logs auf POST-Anfragen mit dem String task=asset.uploadCustomIcon.
Schützt mich meine Firewall vor diesem Angriff?
Nicht automatisch. Eine Web Application Firewall (WAF), die nur bekannte andere Joomla-Exploits blockiert, schützt hier nicht zuverlässig. Angreifer können den Task-Namen zudem URL-kodiert als asset%2euploadCustomIcon übermitteln, sodass naive Filterregeln umgangen werden – das Update bleibt die einzige sichere Lösung.
Wie gefährlich ist diese Schwachstelle wirklich?
Sie erhielt den maximal möglichen CVSS-4.0-Score von 10.0 und wird aktiv ausgenutzt. Ein einziger unauthentifizierter HTTP-Request genügt, um beliebigen PHP-Code auf dem Server auszuführen (unauthenticated Remote Code Execution). FortiGuard Labs registrierte allein in 7 Tagen 15.626 Angriffsversuche, und die CISA führt die Lücke als überfällig zu patchende Schwachstelle.
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