WordPress 7.0.4 schließt kritische RCE-Lücke bei Datei-Uploads

Schritt für Schritt
So lief der Angriff ab
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PHASE 1/4 · Erstzugriff

Der Angreifer benötigt ein angemeldetes Konto mit mindestens der Rolle Author und der Berechtigung upload_files.

T1078 – Valid Accounts
  • CVE-2026-65640, CVSS 8,8 (High), Vektor AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
  • Berechtigung upload_files liegt standardmäßig bei Author, Editor und Administrator
  • Bereits ein einzelnes kompromittiertes Author-Konto genügt
  • Nicht anonym ausnutzbar – Anmeldung ist zwingend
PHASE 2/4 · Waffenfähige Datei

Der Angreifer tarnt PostScript-Inhalt so, dass die Datei wie ein gewöhnliches Bild (z. B. .png) wirkt.

T1036 – Masquerading
  • Klassifiziert als CWE-434 – Unrestricted Upload of File with Dangerous Type
  • WordPress prüft teils nur die Dateiendung, ImageMagick wertet den echten Inhalt aus
  • Diese Diskreparität zwischen Endung und Inhalt wird ausgenutzt
  • Auch erzwungene Imagick-Formatbezeichner im Dateinamen sind möglich
PHASE 3/4 · Upload / Auslieferung

Die getarnte Datei wird über einen der Upload-Pfade in die Medienverarbeitung eingeschleust.

T1105 – Ingress Tool Transfer
  • Relevanter Pfad: XML-RPC-Schnittstelle (wp.uploadFile)
  • Weiterer Pfad: Cover-Art-Extraktion aus hochgeladenen MP3-Dateien
  • Voraussetzung: Imagick UND Ghostscript sind auf dem Server aktiv
  • Betroffene Versionen 4.7.0 bis 7.0.3
PHASE 4/4 · Ausführung

Ghostscript verarbeitet den eingebetteten PostScript-Inhalt, wodurch beliebiger Code auf dem Webserver ausgeführt wird.

T1203 – Exploitation for Client Execution
  • Imagick reicht die Datei an Ghostscript weiter, das eine Schwäche bei bestimmten eingebetteten Dateien aufweist
  • Ergebnis: Remote Code Execution (RCE) im Server-Kontext
  • Auswirkung auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit jeweils hoch (C:H/I:H/A:H)
  • Patch (Commit 7daaa50…) prüft Dateidaten vor der Imagick-Verarbeitung und weist PostScript-Signaturen zurück
Kurz & knapp beantwortet
Häufige Fragen zu diesem Vorfall
Bin ich von CVE-2026-65640 betroffen?
Betroffen sind alle WordPress-Versionen von 4.7.0 bis 7.0.3, aber nur wenn zusätzlich Imagick UND Ghostscript auf dem Server eingesetzt werden und ein Angreifer über die Berechtigung upload_files verfügt (standardmäßig ab Rolle Author). Besonders exponiert sind Websites mit mehreren Autoren, Mitgliederportalen oder Kundenbereichen. Auch ohne diese Kombination sollten Sie aktualisieren, da Ihre Version im betroffenen Bereich liegt.
Was muss ich jetzt tun?
Aktualisieren Sie den WordPress-Core unverzüglich auf 7.0.4 oder den passenden gepatchten Stand Ihres Zweigs (z. B. 6.9.7, 6.8.8, bis hinunter zu 4.7.35). Fertigen Sie vorher ein getestetes Backup an und dokumentieren Sie Version, Zeitpunkt und Ergebnis. Das Update erfolgt über Dashboard → Aktualisierungen → „Update Now“ oder per Download von WordPress.org.
Wie gefährlich ist die Schwachstelle?
Die Lücke ist mit einem CVSS-Wert von 8,8 von 10 als „hoch“ eingestuft und ermöglicht Remote Code Execution, also die Ausführung fremden Codes auf Ihrem Server. Sie ist jedoch nicht anonym ausnutzbar: Ein Angreifer benötigt ein angemeldetes Konto mit Upload-Berechtigung. Zum Recherchezeitpunkt gab es keine bestätigte aktive Ausnutzung, jedoch erscheinen nach Patch-Veröffentlichung erfahrungsgemäß häufig öffentliche Exploits.
Wie prüfe ich, ob Imagick und Ghostscript auf meinem Server aktiv sind?
Bei administrativem Serverzugriff zeigt `php -m | grep -i imagick`, ob die PHP-Erweiterung aktiv ist, und `gs --version`, ob Ghostscript vorhanden ist. Ist ein Befehl nicht verfügbar, beweist das allein nicht dessen Fehlen. In verwalteten Hosting-Umgebungen sollte Ihr Hoster verbindlich Auskunft geben, ob beide Komponenten gleichzeitig genutzt werden.
Wurde ich bereits angegriffen und wie erkenne ich das?
Prüfen Sie im Backend unter Benutzer auf unbekannte Konten sowie die Uploads und Ihre Server-, Webserver- und PHP-Logs auf auffällige Einträge. Ein solcher Befund ist Anlass für eine fachliche Incident-Response-Prüfung, aber kein alleiniger Beweis für eine Ausnutzung. Belastbare Zahlen zu kompromittierten Installationen sind nicht veröffentlicht, und eine aktive Ausnutzung war zum Recherchezeitpunkt nicht bestätigt.
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