wp2shell: Kritische WordPress-RCE ohne Login aktiv ausgenutzt

Schritt für Schritt
So lief der wp2shell-Angriff ab
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PHASE 1/6 · Erstzugriff

Ein anonymer Angreifer erreicht ohne Anmeldung den öffentlich exponierten REST-API-Batch-Endpunkt einer WordPress-Instanz.

T1190 – Exploit Public-Facing Application
  • Ziel: öffentlich erreichbarer Endpunkt /wp-json/batch/v1
  • Betroffen: WordPress 6.9.0–6.9.4 und 7.0.0–7.0.1 (vollständige RCE-Kette)
  • Keine Authentifizierung, kein Plugin, keine Benutzerinteraktion nötig
  • 25 % der Organisationen exponierten laut Wiz einen verwundbaren Server direkt ins Internet
PHASE 2/6 · Umgehung der Authentifizierung

Über einen Route-Confusion-Bug in der Batch-API wird die Berechtigungsprüfung umgangen und ein interner Handler ohne Prüfung aufgerufen.

T1211 – Exploitation for Defense Evasion
  • CVE-2026-63030 (CVSS 9.8, Critical) – REST-API Route-Confusion
  • Fehlerhafte Aktualisierung interner Listen bei fehlgeschlagener Teilanfrage
  • Nachfolgende Anfragen laufen unter falschem Handler ohne Parameterprüfung
PHASE 3/6 · Ausführung der SQL-Injection

Über die umgangene Prüfung wird ein manipulierter Parameter ungeprüft in eine Datenbankabfrage eingeschleust.

T1190 – Exploit Public-Facing Application
  • CVE-2026-60137 (CVSS 7.5, High) – SQL-Injection
  • Parameter author__not_in als Zeichenkette statt Zahlenliste übergeben
  • Wert landet ungeprüft direkt in der Datenbankabfrage
PHASE 4/6 · Rechteausweitung

Durch Vergiften des Objekt-Caches nimmt der Angreifer vorübergehend die Identität eines Administrators an.

T1068 – Exploitation for Privilege Escalation
  • Cache-Poisoning über oEmbed-Cache und Customizer-Changesets
  • Ausnutzung eines Zyklus-Erkennungs-Bausteins
  • Voraussetzung: kein persistenter Objekt-Cache aktiv
PHASE 5/6 · Persistenz

Eine zuvor abgelehnte Anfrage legt nun erfolgreich einen neuen Administrator-Account als Hintertür an.

T1136.001 – Create Account: Local Account
  • Neuer Admin-Account wird angelegt (HTTP-Status 201)
  • Über 100 Backdoor-Administrator-Konten in der Wildnis beobachtet
  • Angreifer meldet sich mit dem neuen Konto an
PHASE 6/6 · Auswirkung

Der Angreifer installiert ein bösartiges Plugin und führt beliebigen Code mit Webserver-Rechten aus – vollständige Server-Übernahme.

T1505.003 – Server Software Component: Web Shell
  • Installation eines bösartigen Plugins zur Code-Ausführung
  • Erste Probes bereits 6 Stunden nach Patch (23:29 UTC, 17.07.2026)
  • watchTowr meldet zehntausende Exploitation-Versuche in Honeypots
  • 60 % aller WordPress-Organisationen hatten mind. eine verwundbare Instanz
Kurz & knapp beantwortet
Häufige Fragen zu diesem Vorfall
Bin ich von wp2shell betroffen?
Betroffen sind WordPress-Versionen 6.8.0–6.8.5 (nur SQL-Injection), 6.9.0–6.9.4 und 7.0.0–7.0.1 (vollständige RCE-Kette). Ihre Version finden Sie im Dashboard unter „Dashboard → Aktualisierungen“. Alternativ prüfen Sie Ihre Installation automatisiert über den öffentlichen Checker auf https://wp2shell.com.
Was muss ich jetzt sofort tun?
Aktualisieren Sie WordPress umgehend auf eine gepatchte Version: 6.8.6, 6.9.5 oder 7.0.2. WordPress hat für betroffene Versionen zwangsweise automatische Updates aktiviert, aber verlassen Sie sich nicht darauf und prüfen Sie manuell. Behandeln Sie eine ungepatchte, öffentlich erreichbare Website als aktiven Notfall, da die Lücke seit dem 17. Juli 2026 aktiv ausgenutzt wird.
Wie erkenne ich, ob meine Website bereits gehackt wurde?
Prüfen Sie unter „Benutzer → Alle Benutzer“ auf unbekannte, kürzlich erstellte Administrator-Konten und unter „Plugins → Installierte Plugins“ auf unbekannte oder verdächtige Plugins. Durchsuchen Sie Ihre Webserver-Logs nach POST-Anfragen an /wp-json/batch/v1 oder ?rest_route=/batch/v1, besonders mit Antwortcodes 207, 201 oder 200. Kontrollieren Sie außerdem wp-content/uploads/ und wp-content/plugins/ auf unbekannte PHP-Dateien, die oft eval(...) enthalten.
Reicht ein Update, wenn ich schon angegriffen wurde?
Nein. Ein Update schließt die Lücke, entfernt aber keine bereits angelegten Backdoors. Nach erfolgreicher Ausnutzung wurden über 100 Backdoor-Administrator-Konten und bösartige Plugins beobachtet. Bei Anzeichen einer Kompromittierung müssen Sie alle unbekannten Admin-Accounts und Plugins entfernen, Passwörter zurücksetzen und idealerweise eine saubere Wiederherstellung durchführen.
Muss ich einen Datenschutzvorfall melden, wenn meine Seite kompromittiert wurde?
Wenn bei der Kompromittierung personenbezogene Daten betroffen sein könnten, gilt in der EU die Meldepflicht nach Art. 33 DSGVO: Der Vorfall ist grundsätzlich innerhalb von 72 Stunden an die zuständige Datenschutzbehörde zu melden. Da wp2shell die vollständige Server-Übernahme ermöglicht, sollten Sie im Kompromittierungsfall von einem potenziellen Datenabfluss ausgehen. Ziehen Sie im Zweifel juristische oder datenschutzrechtliche Beratung hinzu.
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